17. Oktober 2014

Tschüss "breifrei" - Hallo "BLW"


BLW steht für baby led weaning und bedeutet ins deutsche Übersetzt: vom Baby geleitetes abstillen.

Im Grunde geht es bei beiden Begriffen darum, dass das beikostreife Kind keinen Brei gefüttert bekommt, sondern sich sein Essen selbst nimmt, selbst entdeckt und erschmeckt.
(Mal knapp zusammen gefasst - genau nachlesen worum es geht könnt ihr hier: "Thema Breifrei" )
Ich habe mich damals ganz bewusst für den deutschen Begriff entschieden, weil ich Abkürzungen und englische Wörter nicht wirklich mag...

Vor einiger Zeit, als ich für den Blog einen Beitrag über unseren breifrei Weg schreiben wollte, kam mir ein Gedanke: "Fällt das, was wir betreiben und leben noch unter den Begriff breifrei oder fällt es mit 19 Monaten einfach unter die normale Art des Essens eines Kleinkindes ...?!"
Irritiert es vielleicht auch den ein oder anderen Leser, wenn ich bei einem fast 21 Monate altem Kind von breifrei spreche? Schließlich essen in diesem Alter wohl die meisten Kinder vom Familientisch mit, ohne irgendwelche Babygläschen oder Breie.
Nach etwas längerer Überlegung habe ich für mich beschlossen, dass ich zurück kehre zum Begriff BLW. Nicht, weil ich auf einmal doch Fan des englischem IM deutschen bin, sondern weil ich baby led weaning  ganzheitlicher und passender für unsere Situation hier zu Hause finde.

Schon die große Schwester vom Minimann habe ich ziemlich lange voll gestillt - ich glaube 10 Monate waren es, weil sie nichts essen wollte. Mitte der 2000er kannte ich kein BLW...aber meine Tochter wollte keinen Brei, ich glaube ein Obstgläschen hat sie in ihrem Leben gegessen.
Sie hat dann mit 10 Monaten angefangen zerdrückte Kartoffel oder Nudeln vom Familientisch mitzuessen. Dazu habe ich sie nebenher lange gestillt und Abends bis zum einschlafen sogar noch bis sie drei wurde - was aber wohl eher Gewohnheit und Ritual war als Nahrungsaufnahme, denn sie hat zu diesem Zeitpunkt bereits komplett mitgegessen und auch tagsüber nicht mehr gestillt.

Beim Minimann sieht es etwas anders aus, er hat mit 6 Monaten begeistert angefangen am Familientisch mitzuessen, genau so begeistert hat er aber nach wie vor viel viel gestillt. Jetzt ist er fast 21 Monate alt und stillt nach wie vor ziemlich viel, ich glaube wirklich ersetzt haben wir bis jetzt keine Mahlzeit richtig. Er isst zwar immer - mal mehr, mal weniger - mit uns mit, möchte danach aber zu 80% noch seine "ilch". Der Minimann isst gerne, es wäre also nicht so, als möchte er nichts festes und still deswegen so viel...
ABER genau das ist der Grund warum ich, wenn ich über unsere Mahlzeiten schreibe, von nun an BLW schreiben werde.
Vom Baby geleitetes abstillen...es wird solange betrieben, wie das Baby das Stillen als Nahrungsquelle nutzt. Gut ich ersetzte Baby mit Kleinkind, doch sonst trifft es auf unsere Situation nach wie vor zu.
Ich weiß auch nicht ob der Minimann immer mehr essen würde, als er aktuell tut, wenn wir nicht  mehr stillen würden. Aber ich würde mir, glaube ich, Gedanken machen, wenn ich wüsste, dass er mit dem bisschen was er an manchen Tagen isst, leben müsste.
Vielleicht würde ich auch seit seiner Geburt nochmal durchschlafen dürfen, wenn er nicht mehr stillen würde...vielleicht auch nicht.
Ziemlich sicher ist, dass ich unsere Nähe sehr genieße - auch deswegen weil ich weiß, dass ich gerade mein letztes Kind stille. Unsere Familienplanung ist mit unseren drei wunderbaren Kindern abgeschlossen, trotzdem stimmt es mich wehmütig, dass nicht nochmal erleben zu dürfen.

Zurück zum eigentlichen Thema!
Auch wenn sowohl bei breifrei als auch beim baby led weaning die gleiche Idee dahinter steht und praktiziert wird, hat mich der Begriff breifrei für unsere Situation, aus den oben beschriebenen Gründen, irritiert. Deswegen findet sich jetzt alles zum Thema breifrei ab jetzt unter dem Thema blw.




12. Oktober 2014

Wochenende in Bildern - 11. und 12. Oktober 2014 und 12 von 12


Guten Abend!
Schon wieder ist eine Woche rum, schon wieder ein tolles und sonniges Wochenende vorbei.
Auch dieses Wochenende habe ich viel fotografiert und freue mich schon sehr, es mit euch zu teilen.

NATÜRLICH stelle ich es, wie letztes Wochenende auch, auf die tolle Seite von Susanne "geborgen wachsen" - ich bin sehr gespannt, was für schöne Beiträge mich dort erwarten.

Außerdem gibt es "drüben" bei draußen nur Kännchen passend zum 12. die 12 von 12 im Oktober - gut bei mir sind es jetzt nur 10 geworden, ich mache trotzdem mit :)


Samstag



 
Samstag Morgen, die Sonne scheint bereits ums Haus und der Minimann hat seine erste Runde durch den Garten schon gedreht...
 
 
Mittagsschlaf - Bä und Wau dürfen nicht fehlen!
 
 
Mittagsschlaf "sinnvoll" genutzt
 
 
Schwester zur Freundin fahren, der Versuch Rindenmulch im Baumarkt zu finden (gescheitert!!) - aber ein schönes Fleckchen Erde gefunden...
 
 
Wir sind "Sachensucher" (Pipi Langstrumpf lässt grüßen)
 
 
Mama genießt die Sonne, der Minimann sammelt Steine
 
 
Unser Ziel war eigentlich die Kuhweide mit den ziemlich großen "Muhs", leider haben wir nur noch das Wasserfass gefunden...
 
 
Die letzten Himbeeren im Garten naschen
 
 
Nach dem Spaziergang wird auf dem Sofa gekuschelt und  wir schauen gemeinsam Bücher
 
 
Der Minimann spielt zu Zeit ganz ganz toll alleine!
 
 
Während im Wohnzimmer Fußball läuft, lese ich mich durch einen meiner Lieblingsblogs für einen neuen Blogbeitrag
 
 

Sonntag

 
 
Guten Morgen!
 
 
ein prima Frühstück *hmmmm*
 
 
Heute war Stoffmarkt...ziemlich überfüllt mir nähbegeisterten Gleichgesinnten aber wieder mal sehr schön, um den ein oder anderen schönen Stoff mit nach Hause zu nehmen
 
 
Ich liebe unseren Wald hier!
 
 
Dem Schwiegerpapa über die Schulter geschaut und die neusten Werke bestaunt - toll!
 
 
...wir spielen...
 
 
...räumen auf und stellen das Wohnzimmer um während der Papa Fußball spielen ist
 
 
meine "Jagdbeute" Jersey, Bündchen und toller, kuscheliger BW Fleece mit Teddy
 
 
kleines Abendessen für den Minimann
 
 
So und nachdem sich der Minimann dann im Bett auch müde geturnt hatte und Mama wieder aufgewacht ist, *gähn* noch schnell die Tickets für den morgigen Mutter-Tochter-Tag (Geschenk meiner Mutter an mich)  in Bonn ausdrucken...

 
 
 
Obwohl nicht viel geplant war fürs Wochenende, war doch ziemlich viel los wie ich so rückblickend feststelle...
Ich habe die warme Sonne sehr genossen. Etwas wehmütig bin ich schon, wenn ich daran denke, dass es wohl eines der letzten schönen, warmen Wochenenden dieses Jahr gewesen sein wird und viele viele nass kalte Wochenenden folgen werden....
 
 
Susanne war dieses Wochenende auf dem Attachment Parenting Kongress in Hamburg, mal schauen ob und wann es ihr Wochenende in Bildern gibt...(werde den Link dann später hinzufügen)
 
 
Geschafft! Hier könnt ihr mal schauen, was die anderen Familien an ihrem Wochenende gemacht haben - viel Spaß!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

8. Oktober 2014

Dänemark in Bildern Teil II


Hier kommt wie versprochen der zweite Teil unserer Dänemarkbilder. Sie unterscheiden sich alle etwas von denen im vorherigen Post...
Westjütland bzw. der Rinköbing Fjord hat seine eigene besondere Geschichte. Klar, dass es mich als keinen historischen "Freak" besonders interessiert hat mehr darüber zu erfahren.

Jeder, der den Fjord von unten Richtung Hvide Sande rauf fährt, kommt an Teilen dieser Geschichte vorbei. Sei es das Schild zur Hauvrig Kirke oder aber der große und gut erhaltende Vierseit Hof Abbelines Gard ein Stück weiter auf der Seite vom Fjord. Wer genau hingeschaut hat findet vielleicht sogar gegenüber des Schildes zur Kirche, den etwas mehr versteckten Hof Hauvrig Strandgaard - ähnlich imposant wie Abbelines aber in privatem Besitz.

Die Kirche in Hauvrig ist an sich eine ganz normale Kirche, hat aber einen ziemlich alten Friedhof. Dort liegen neben den Besitzern der Strandvogthöfe auch Seeleute und Soldaten aus den Weltkriegen. Für manche mag es makaber sein, einen Friedhof zu besuchen und sich die Gräber anzusehen, für  mich ist es ein Stück Geschichte der Region.


 
 
 
 
ein Simon der vor Neufundland 1910 ertrunken ist und ein Kapitän, der 1890 dort ums Leben kam.
 
 
eines der ältesten Gräber die es auf dem Friedhof gab und das Grab eines Piloten der englischen Luftwaffe , gestorben 1940 mit 24 Jahren...
 
 
Gräber der britischen Luftwaffe und Marine, zum Teil unbekannt...
 
 


 Von dem Reetdachhof Hauvrig Strandgaard habe ich leider nur ein einziges Bild, er befindet sich wie schon erwähnt in privatem Besitz, somit wollte ich dort nicht vor den Fenstern herumhüpfen um Bilder zu machen....ABER im Link gibt es eine ganz tolle Galerie mit vielen Fotos auch aus den Innenräumen.
Der Hof wurde ca. 1870 erbaut und ist einer von drei unter Denkmalschutz gestellten Strandvogthöfen dort in der Region. Ihre eigentliche Aufgabe war es, den Landstrich vor Sandflug zu schützen - Pflanzen von Strandhafer zum Beispiel oder der Bergung gestrandeter Schiffe und ihrer Mannschaften.
Bis Mitte des 20. Jhd. wurde der Hauvrig Strandgaard bewirtschaftet.

 
 
 
Abbelines Gard ist ein kleines Museum welches das Leben einer Strandvogtfamilie um 1920 rum zeigt. Der erste Teil des Hofes wurde 1854 erbaut, 1859 um Stall und Torflügel erweitert und 1871 wurde der Wohnflügel als letzter der vier Teile errichtet.
Etwa 150 Jahre lang blieb der Hof im Besitz einer Familie, 1972 zog der letztes des alten Erbhofgeschlechtes vom Hof.
1974 wurde der Hof von einer Interessengemeinschaft gekauft und in ein Museum umgewandelt.
Wenn man durch die Räume geht hat man wirklich das Gefühl, man ist in eine andere Zeit eingetaucht und die Bewohner des Hofes kommen jeden Moment ins Zimmer.
 
 
 
Die Kammer vom Knecht, direkt neben dem Stall um nach den Tieren sehen zu können.

 
Waschtisch mit Toilette in der Knechtekammer

 
Mägdekammer

 
Mägdekammer

 
rot weiß....findet man immer wieder in jeglicher Form.

 
Wäscheschrank

 
"Westkammer" - ich würde es als Hauptaufenthaltsraum auf dem Hof beschreiben... Hier findet sich ein Sekretär, ein Esstisch mit vielen Sitzmöglichkeiten, Alkoven (Schrankbetten) und das wichtige und einzige Telefon von Hauvrig - was später sogar zu einer kleinen Telefonzentrale wurde.

 
Fotowand in der Westkammer

 
Die 1895 erweiterte Telefonzentrale, die von Abeline bis zu ihrem Tod verwaltet wurde.

 
Esstisch und Alkoven in der Westkammer - in dem Alkoven rechts im Bild hat bis 1972 der letzte Bewohner und Eigentümer des Hofes geschlafen.

 
Eine ziemlich alte Geige...

 
...und eine ebenfalls ziemlich alte Nähmaschine - es wäre bestimmt sehr spannend, wenn sie erzählen könnte was auf ihr alles genäht worden ist.

 
Die um einiges aufwändiger gehaltene Mittelstube...

 
...mit fein gedecktem Esstisch für Gäste

 
Eine Kinderwiege samt Kuscheltier in der Mittelstube

 
Der große Herd in der Küche neben der Mittelstube

 
Ebenfalls die Küche mit vielen alten Geräten und Arbeitsutensilien

 
Es gab keinen Schrank fürs Geschirr sondern eine eigene Kammer

 
Der Schreibtisch in der so genannten "feinen Stube" mit holländischen Kacheln an den Wänden, die damals viel Wert waren. Später wurde dieser Raum an Sommergäste aus der Stadt vermietet.

 
Die Nordkammer in der Gäste oder auch Schiffbrüchige gewohnt haben

 
Waschgelegenheit in der Nordkammer mit einer Haube von damals und verschiedenen Kämmen für die Haare

 
Im Innenhof das gut erhaltene Reetdach

 
Der Innenhof ist mit Steinen vom Strand ausgelegt

 
Das originale Namensschild der Bark "Elisabeth Rickmers", die bei einem großen Sturm im am 12. Februar 1894 an der Küste strandete - schlappe 120 Jahre alt!

 
Eine der ältesten Fotografien des Hofes

 
Am äußeren Tor hängen eine Nachbildung des Schiffsnamens der Bark und ein weiteres Schiff welches vor der Küste strandete

 
Der zuletzt erbaute Südteil des Hofes - Ein Rundbogengiebel mit den Initialen der Erbauer:     Christen Christensen und Kristine Lauridsen mit der Jahreszahl 1871 in der der Wohnflügel erbaut wurde.

 
 
So sieht der Hof heute aus - er hat mir damals als Kind schon sehr imponiert und tut es heute immer noch...
 
 
 
Ich hoffe ich habe euch nicht mit den Geschichtlichen Details gelangweilt und vielleicht ist ja der ein oder andere unter euch, der es genau so spannend findet wie ich...